Ausstellung GrossmannDie zwei Welten des Malers Rudolf Grossmann (1882-1941)
Ausstellung im Landschaftsmuseum Westerwald vom 19.04. bis 15.11.2015

Rudolf Grossmann wurde am 25. Januar 1882 in Freiburg im Breisgau in eine künstlerisch interessierte Familie hineingeboren. Sein Vater war Arzt, die Mutter Porträtmalerin, deren Vater badischer Hofmaler.

Er studierte von 1902 bis 1904 Medizin und Philosophie in München. 1905 ging er nach Paris, wo er schon bald zum Kreis der Maler im Café du Dôme – wo sich in erster Linie die deutschen Maler trafen – gehörte. Er befreundete sich mit dem bulgarischen Maler Jules Pascin (1885-1930), der sein Lehrer wurde. Mit ihm bereiste er Belgien und Holland. 1910 wechselte er nach Berlin, von wo aus er, zusammen mit dem Maler Hans Purrmann (1880-1966), weitere Reisen nach Süddeutschland und Italien unternahm. Danach ließ er sich 1924 dauerhaft in Berlin nieder und wurde hier Mitglied der Sezession und des Deutschen Künstlerbundes. Er betätigt sich als Landschaftsmaler, arbeitete jedoch überwiegend als Illustrator und Grafiker, war aber auch ein gesuchter Porträtist.

1928 berief ihn die Staatliche Kunstschule Berlin zum Professor. Von den Nationalsozialisten 1934 amtsenthoben, ging er zurück nach Freiburg, wo er am 5. Dezember 1941 starb.

Seine grafischen Arbeiten, die als Illustrationen in Büchern, aber auch in eigenen Mappenwerken erschienen, kreisen um zwei Felder: Das Leben in und um die Stadt und das Leben im Dorf. Beim Stadtleben interessierten ihn die vielen Freizeit-Aktivitäten wie Konzerte, Theater, Sportveranstaltungen, Leben und Treiben der Schönen und Reichen in den Schwimmbädern, in Lokalen und Bars. Dazu zeichnete er die Randbezirke der Stadt Berlin, also den Übergang zum Land. Das Dorfleben schilderte er mit allen Aspekten, der harten Arbeit im Stall, aber auch mit den schönen Seiten wie Kirmes und Jahrmarkt. Ein vielfach wiederkehrendes Thema waren Kühe, die er in allen ihren Lebensstationen darstellte.

Als Porträtist widmete er sich sowohl seinen Künstlerkollegen, als auch den Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Interessant ist, dass alle diese Darstellungen, also die Bilder vom Leben in der Stadt wie auf dem Lande, in seiner Berliner Zeit entstanden, dass er also ständig zwischen Berlin und den Dörfern des Umlandes pendelte.